Gedichte Kreuzfahrten Übersicht 1990-2000

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Wild im Herzen

Schattenweiße

Cafe

Die Verhandlung

Außerhalb

Januar

Grenzland Österreich

Kalte Tage

manchmal gesprochen

Lizenz

Zürch

vorgesehen

Mailand

La via

Mein Baum

Nach England

Wagramer Straße

morgen

abends

Wolken über Russland

job

 

Straßenmenschen

vier Jahre

Wahrheiten

Mangel

zuerst sprachen wir

Weihnachten

Liebe

Der Ort

anders

Die Nacht

Rovereto

buckel

Autobahn

Dieser Winter

Zur Arbeit

birga

auf gleich

Morgens beim Bäcker

Das Ende der Nacht

Äugt Wilkinson

 

 

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  Liebesgedichte

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© Levrai, 2008.

 

Wild im Herzen

 

Als Treffpunkt diente ein Holzstuhl

sezierender Bösartigkeit

 

Sie können mich beschuldigen

wie sie wollen

 

Sie können mir doch

Ich bin 40 und die Welt ist flach

 

Damals trug man Hosen mit Schlag

Halsausschnitte mit Victoryzeichen

 

kratzte ein Loch in die Erde

nannte es Baustelle

 

Der Abendmann liebt das Loch

Immer Bier am selben Kiosk gekauft


Levrai, 1997.

 

Abends

 

Wie Sprache strähnig aus Hälsen

schlägt in Gesichter

Schlagzeilenschreie

verkürzte Abendstunden lebt

Wiederholung


Levrai, Dezember 1998

 

 

Äugt Wilkinson

 

Mit vierzig

verwischt die Zeit und

äugt

Zeit äugt (von Augen)

äugt also

über gerötete Hautstellen

aknezerklüftet

im Sommer manchmal gebräunt

sonnengebräunte Haut

Schnitte von doppelter Schneide

 

Hat Wilkinson einen

Vornamen?

 

Zeit äugt (wie Augen)

Männer leben vom Säugen

Manchem reicht äugen

äugt also

 

Hat Wilkinson einen Vornamen

Äugt Wilkinson


Levrai, Mai 1997

 

anders

 

anders beginnen die Tage in St. Petersburg

schweigsamer Vögel Gesang flattert durch dünne Scheiben

keinen Schritt von der tiefen Straße

keinen Schritt durch verschlossener Münder Torbogen

kein Eingang geöffnet

keine Bank um nur nicht Besitz zu ergreifen

 

anders beginnen Tage in St. Petersburg

nach dem Umsehen bückte ich mich und pflückte

den Stängel eines Unkrauts, das sich mir zuneigte

die Farbe blieb in St. Petersburg

hinter verschlossenem Tor


Levrai, 1996, St. Petersburg.

 

Auf gleich

 

Wir kümmern wir uns um die Details

 

In Beständigkeit

Darin werden Spätzle gekocht

die in Stuttgart immer zu weich sind

 

Das ist das, was herzieht

Der Unterschied

Am ganzen Körper ein Hautgefühl

Wenn Sie wissen

 

Ja, Gott bedeutet

Hinter Türen die Kreuze


Levrai 1999.

 

Außerhalb

 

Der Fernseher fehlt

für das Geld dieser Nacht

Ist die Luft bei geöffnetem Fenster stickig

Ohne Zeitung Radio

Der Raum springt Eintretende an

Über dem Hof die Kneipe

Verkneipt vernachtet verzeitet

Nie hier sterben

Nie hier lieben

Bis zum Morgen

die Fähre


Levrai, Rødby 1998.

 

Autobahn

 

Pfeilen gleich ziehen

Gelbgesichter Weißgesichter

zerren Gischtfahnen mit sich

verlieren ihre Farbe

in Nebelrändern

heulendes Fauchen

verrinnt im Nebel

 

Gesang der Wale


Levrai, 1997.

 

birga

 

birga, bist du da, birga

ist da dein bruder

im theatron

 

bist du dann da

wenn du nichts willst

du bist dann hier

 

gibt es nichts mehr hinzuzufügen


Levrai, 1996.

 

Buckel

 

Das Leben als Buckel

Lieber tanzen als darben

Oft

Wirkt

Der

Bildausschnitt

Zufällig

Zu Hause beklemmt

Auf dem Papier

Scheint es ganz anders

Und ihr Bild begleitete ihn


Levrai, März 1999.

 

 

Café

 

Den Verlängerten hat er genommen

dabei auf den großen Braunen geschielt

hat die Schillinge über den Tisch geraschelt

ihr in den wie hätt mers denn gern geschaut

weshalb es kein Trinkgeld gab

weil die bleichen Schuppen sich zwischen

die Schultern klammerten


Levrai, Wien 1998.

 

 

Das Ende der Nacht

 

Nach dem Taumel der Nacht

erwacht Schuld auf stumpfen Zähnen

zerbissen, schwer in fleckigen Laken.

 

Ach, mein Schatz, komm her zu mir

soll ich Dir was versprechen

Schwüre kann man brechen.

 

Die Augen sind so tief

dazu ein kleines Lachen

muss man solche Sachen machen.

 

Sieh mich an, versprich es mir

sag doch mal ick steh auf Dir

Ich bin und trinke meinen Wein

stehe dann auf einem Bein

und bin auf einem Bein allein.


Levrai, Dezember 1998.

 

 

Der Ort

 

An dem ort wo er einen fuß

Auf die erde setze

Bin ich schwarz und weiss

 

Einzelzimmer leben die nächte

In überhitzten räumen 

Morgens vergebene träume

 

Stieg sie zu ihm in den wagen

Mit den farben

Der nacht

Eines fremden mannes

 

Fühlten  hände 

An brüsten meine tränen

Denn in der bourgogne lebten 

Weizenfelder ihre farbe und

Chattillon lachte an den ampeln

Zu den weinreben hinauf


Levrai, September 1997.

 

 

Die Nacht

 

Die Nacht hab ich wach gelegen

nebenan

haben sie zwei Stunden lang gefickt

sie hat gejault

zwei Stunden in

unterschiedlicher Lautstärke

er grunzte

nur kurz

Die Nacht hab ich wach gelegen

deine Stimme legte sich neben mich


Levrai, August 1999.

 

 

Die Verhandlung

 

Die Verhandlung

die Liebe

Verwandlung

die Liebe

der Verlust

die Stimme

die Augen

das Telefon

 

der Abstand

die Liebe

der Verlust


Levrai, Juni 1997.

 

Dieser Winter

Dieser Winter
hat sein Gesicht verloren
zeichnet helles Licht
blickt voraus denn
alles Werden

buntes Sterben und

Das Werben

des Frühlings widerspricht

 

Levrai, Juni 1982.

 

Grenzland

 

Die schmale Straße zur Grenze

Bemützt, das neue Land

Fragt wohin und wie lange   

Was doch vom neuen Land abhängt

Der Ausweis mit Zahlen und Buchstaben

 

Frauen an der Straße heben den Rock zum Gruß

Gefährlich nahe

Am Straßenrand winken Sie freundlich

 

Abends verkehren Autos

Gefährlich nahe

Am Straßenrand halten Sie freundlich

Was doch auch davon abhängt

Wie man aufgenommen wird 

 

Neben den Schillingen der Ausweis

Fragt wohin und wie lange

Bemützt nun das alte Land

 

Im Grenzland

Gefährlich nahe am Straßenrand


Levrai, Grenzland Österreich 1998.

 

Januar

 

Über glatte Straßen schieben glatte Menschen

mit glatten Händen an der Ampel

warten glatte Knöpfe wer wollte aus dem Haus

wenns doch gefährlich ist glatt gefährlich ist

wenns doch alles glatt ist

 

Levrai, Januar 1999.

 

job

 

Nach der ganzen zeit

vor quadratischem glas

zählte er seine jahre auf den tisch

wies nach dass dies sein leben

aufgegeben und frankiert

ausgeträumt vom satten sein

geknittert die haut mit streben

dann geh ich jetzt mal


Levrai, 1996.

 

Kalte Tage

 

kalte Tage laufen zwischen den Häuserzeilen

Filme mit Kratzern steht am Rand

des Grabens einer jungen Buche

Kalte Tage stehen am Rand

und laufen Kratzer


Levrai, Januar 1999

 

La via

 

La via de Esperanza

Sonnenbrille schwarzes Taschentuch

schattige Platanen

so ruhten Blicke in meinen

trotzdem im Hotel geparkt

weil man nie weiß

 

Levrai, 1999.

 

Liebe

 

Liebe Liebe, Liebe

Kinderreigen

Liebe.

Liebe Liebe, Liebe

Jahre schweigen

 

Levrai, November 1998.

 

Lizenz

 

Wenn Liebe Lizenz retten wollen

Wer schickt sie das ist hier kein Ziel

Mehr kann ich dazu nicht sagen

Das verstehe ich nicht

Hab vergessen

verstehe

 

So einfach ist das

Macht es Spaß


Levrai, Januar 1999.

 

 

Mailand

 

In Mailand wie in jedem Sommer

schwitzt grauer Dunst vor Fenstern

geschlitztes Holz geritztes Licht.

 

Alles ist hier warm

nichts schmerzt

an meinem Arm

gerillte Blätter


Levrai, Mailand im Juni 1998.

 

 

manchmal gesprochen

 

Wenn Hans und Franz nichts mehr geht

bei jedem sticht rot im Ansatz Lügen

stellt deshalb gewarnt behauptet allerdings nur

Äußeres genug

 

Wasser lebend schrill die frei Geschaffenen

tanzen um die Tat wo Sinn gefallen

üblich ist auf allen Seiten

friedlicher Verdacht

 

Zu früh ermutigt

die kurze Frist

versetzt die Lage

 

Wahr zu nehmen

ist völlig unklar

 

Allgemeiner Hinweis:

Zuordnung Wahl Vertreter

 

Dies um war für des

aufgrund möglich


Levrai, November 1998.

 

 

Mangel

 

Wer hätte schon gemeint

dass alles glatt geht

halb verhungert vor

der gedeckten Tafel

eine halbe Stunde

 

Reicht das Mahl

wie weit zwei Körper

nicht entfernt sind

Körperhunger


Levrai, 1999.

 

 

Mein Baum

 

Vor meinem Haus da steht ein Baum

der lacht und sieht mich an

Kinder klettern rauf und klettern runter

Der Hunde dabei der nutzt den Baum

als Pinkelraum.

 

Mein Baum der fehlt mir

könnt ich ihn nehmen

nach Paris oder sonst nen andern Ort

denn was mich alles dort betrifft

ist fort.


Levrai, Juni 1999.

 

Morgen

 

Lieber heute als morgen

Ohne Sorgen

Qualitäten jäten

Plaudernd aufzeigen was

Regelmäßig belebt

Zwischen zwei Schenkeln

Blick in einen

Spannungsbogen


Levrai, Juni 1999.

 

 

Morgens beim Bäcker

 

Morgens beim Bäcker

fallen letzte Blüten der Nacht

Vierfünfzig, bitte

schwenkt durch den Raum

ein seltsamer Traum aus

frisch Gebackenem

Auch noch ne Zeitung, bitte

auf ein Lächeln

zeige ein verschwiegenes Gesicht und

werfe die letzte fallende Blüte

hinüber

auf Trauben-Nuss

ruht ein letzter Kuss


Levrai, November 1998

 

 

Nach England

 

Nach drei Stunden Fahrt

zum ersten Mal

das Fenster geöffnet

Luft strömt herein

Regen trifft meine Schulter

 

Links, da muss auch Rotterdam

bis zum Hals im Öl stehen

 

Windräder zerschneiden Ankommende

Fährenscheiben im Bauch verpackt

 

drehen Glückspielscheiben neben der Bar

Wellen, sonst nichts


Levrai, London, 1999.

 

 

Rovereto

 

Wenn im Trentin keine Zigaretten schmecken

ändert sich doch das Wetter nicht

dunkle Wolken bewerben

bewirtet bewusst was beweist

dass im Rovereto keine Zigaretten schmecken

und hier und jetzo ist es nicht bewölkt

doch gestern bewarb der Wein meine Zunge


Levrai, Robereto, 1999.

 

 

Schattenweiße

 

Drängt helles Blau in

dunkle Stämme

färbt Schnee noch Ränder

eines nahen Waldes

 

In der Schattenweiße des

geflüsterten Frühlings

lebt

erwartungsvolles Sehnen


Levrai, Salzburg, Februar 1999.

 

 

Straßenmenschen

 

Die Schlangenpeitsche schleift

und kehrt zurück

 

Sie sind der Beweis denn

 

Im Grunde wollten Späße getrieben werden

Äste und Zweige brachen

es verwirrte

 

Ging unter die Leute aber die Menschen kamen

nicht mehr heraus

Der Druck der Füße auf dem Pflaster

brannte Kinder, schwebte und feixte

In der Mitte des Raumes standen Kerzen

flackerten in einer Art Entsetzen

Altäre

Die Straße belebte sich

 

Sie sind der Beweis denn

 

Sie hörten nicht auf zu sagen

die Dinge sind düster

nach wie vor


Levrai, 1993.

 

 

Vier Jahre

 

Hatte Bedenklichkeit Erfolg

ein Spektrum Farben

aus Husten und aus einem

Nebenzimmer Stöhnen

um aus Wenigem

was noch nicht gelernt war

kein Gebet mehr als an

Zwischenräume einer Hoffnung

 

Hatte Bedenklichkeit

ein Spektrum

von Husten und aus Stöhnen

was noch nicht gelernt war

kein Gebet als

Zwischenräume einer Hoffnung

 

Bedenklichkeit

ein Spektrum

aus Wenigem

kein Gebet als

Hoffnung

 

Ein Spektrum

aus Wenigem


Levrai, Oktober 1998.

 

 

Wagramer Straße

 

In den Armen träumte ich dich

Bis zu den Bäumen hinauf

Hielt dich bis zur Wagramer Straße

Am Prellbock knapp aus den Schienen

Gesprungen

 

Dann überquerte dein Brief

Die Donau gefaltet auf Kreuz und

Diagonale entfaltet zwischen

Daumen und Zeigefinger

 

Der Fahrschein aufgehoben


Levrai, 1999.

 

 

Wahrheiten

 

Zwischen beiden spannte sich

Eine Mitteilung

Kleinerer Wahrheiten

Während sie kaum die Worte

Des anderen erwarten konnte

Blieb jeder voneinander

 

Über           den            Zeilen

Vor             jedem         Punkt

Endete        der             Satz

 

Wenn keiner dem anderen

Ein Wort stiehlt

Und auch keinen Blick in

Den Händen gelesener Wünsche

Blinkt auf dem Bildschirm

Ein Umschlag wie

Gedanken

Über den Tag gelaufen

Hinein in die Tiefe des Abends

Und verfluchter Nacht


Levrai, September 1997.

 

Weihnachten

 

Und die Welt wurde kälter

Tage wurden zur Nacht

und alles was lebte

ins Eis gebracht

Lächeln gefroren

Stimmen erstickt

zwischen wenigen Zeilen

hat jemand genickt

die Zeit wurde stiller

Menschen schnell alt

es ist halt kalt


Levrai, 1998.

 

Wolken über Russland

 

Wolken über Russland

Fahnen aus Eis himmelwärts

gerichteter Strom aus Krumen blanker Äcker

in brauner Erde und vor dem Tor der Stadt

zieht in den Wolken über Russland

Nach Osten wende ich mich

drehe das Gesicht aus stechendem Wind, vereist

Dein Land hat eine dunkle Farbe, Dörfer vergreist


Levrai, 1996.

 

Zürch

 

In Zürch klebte der Schnee an frostigen Autos

und die Zeit stand am Vormittag

hing in kältegezeugten Kristallen

Aber auch sonst ist Zeit in Zürch nie

gesehen worden und nicht viele

rempelten die Zeit was nur in Zürch geht

Zürcher Zeitrempler


Levrai, Zürich, Januar 1999.

 

 

Zuerst sprachen wir

 

Dann liebten wir

Danach war die Zeit

Mit wenigen Handgriffen

Über die Haut gestreift

Mehr Zeit war nicht zu schneiden

Und was noch mehr war

War nicht zu erreichen


Levrai, 1999.

 

 

Zur Arbeit

 

Auf dem Weg zur Arbeit spielte das Radio

spielte den ganzen Weg dann

jeden Morgen am Morgen vorgelesen

wechselten Ziffern zwischen 94.4 und 94.8

spielte den Weg mit wechselnden Ziffern

zur Arbeit spielt der Weg ein langes Bild


Levrai, Januar 1998.